dtv-Atlas zur Weltgeschichte
Hermann Kinder, Werner Hilgemann
32.Auflage, 1998, München
Der dtv-Atlas zur Weltgeschichte entstammt der bekannten Reihe des Verlages,
in der zu verschiedenen Themen Schautafeln bzw. Karten mit kurzen, lexikonartigen
Beschreibungen verbunden werden. Seit 1966 hat der Atlas mehrere Auflagen erlebt,
1977 und 1990 wurden zeitgeschichtliche Entwicklungen aufgenommen. Geordnet ist
er nach Epochen der Weltgeschichte wie "Zeit der großen Revolutionen", "Zeitalter
Napoleons", "Zeitalter der Restauration und Revolution" usw.
Zu den Karten gesellt sich eine kleine Anzahl von Schautafeln, etwa zur vorgeschichtlichen
Menschheitsentwicklung oder Arbeitslosenzahlen in den 1930er Jahren. Viele Diagramme
sind in den Kartenlegenden erhalten, wie etwa der Anteil Preußens am Reichoder die
Staatsverschuldung Frankreichs vor der Revolution. Erfreulich und gelungen sind
auch die Verfassungsdarstellungen, in der neueren Geschichte etwa für die USA, das
revolutionäre Frankreich, Deutschlands von 1848, 1919, 1949 und der DDR. Die rund 230
Kartenseiten sind oft unterteilt und bieten somit eine Fülle von Einzelkarten.
Die Abrisse zu den von den Karten behandelten Themen stehen meistens gleich neben
über der Kartenseite. Sie sind äußerst knapp gehalten und sollten, wie Professoren
gerne warnen, nicht zitiert werden. Ihr Wert liegt darin, einen groben Überblick
zu verschaffen und mit historischen Schlagwörtern bekannt zu machen, die man
dann in der Literatur einfacher findet.
Wegen des Taschenbuch-Formats kann man von den Karten keine allzugroße Detaildichte
verlangen; sucht man einen bestimmten Ort oder großflächige Symbolkarten zu z.B.
wirtschaftlichen Themen, dann ist etwa mit den Atlanten des Bayerischen Schulbuchverlags oder
Westermanns besser bedient. Gerade aber für den auf seinen Geldbeutel achtenden Anfänger
ist der dtv-Atlas zur Weltgeschichte ganz sicher eine lohnende Investition.
M.Sikosek, Germanistik, Geschichte, Politik; Universität zu Köln
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