Medienalltag und Handel: Medienpädagogik in Geschichte, Forschung und Praxis
Bernd Schorb
1.Auflage, 1995, Leske + Budrich
Der Band zeichnet die Perioden medienpädagogischer Forschung und
Praxis in Abhängigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung nach. Dabei
handelt es sich aber nicht nur um eine äußerliche Betrachtung, es stellt
einen Rückblick auf die Arbeit des Autor, der zur Zeit an der
Universität Leipzig lehrt, in medienpädagogischer Forschung und Praxis
dar. Das Buch dokumentiert die Veränderungen, Brüche und Kontinuitäten der
methodischen / inhaltlichen Focussierungen und Schwerpunktsetzungen in der
medienpädagogischen Forschung und Praxis seit den Anfängen der noch
jungen Disziplin Medienpädagogik.
Im ersten Teil des Buches werden die Wurzeln und Anfände der
Medienpädagogik aufgezeigt. Die sich daraus entwickelten Ansätze werden
jeweils, rückgebunden an die gesellschaftlichen Bedingungen, dargestellt.
Kontinuitäten, Brüche werden sichtbar und werden im vorliegenden Buch
erklärt. Dabei wird auch auf die heutige Zeit eingegangen.
Im zweiten Teil des Bandes wird die medienpädagogische Diskussion im
Zusammenhang mit der Informations- und Kommunikationstechnik geführt.
Dabei wird näher auf zwei Gruppen (Mädchen und Jugendliche) eingegangen, an
denen die technischen Möglichkeiten, bedenkliche Folgen, Umgangsweisen,
Handhabung mit der Informations- und Kommunikationstechnik diskutiert
werden.
Im dritten Teil wendet sich der Blick von der Auseinandersetzung mit den
neuen und aktuellen Entwicklungen auf die Subjekte, die mit Medien handeln
bzw. die durch Medien beeinflußt werden, besonderes Augenmerk liegt auf
Kindern und Jugendlichen. Auf einen ersten Überblick über den
Medienumgang der Jugendlichen (Gemeinsamkeiten, Entwicklungen, Gegensätze
der Jugendlichen in Ost und West) folgt daraufhin die zentralen medialen
Inhaltspraeferenzen von Kindern und Jugendlichen,
speziell Gewaltdarstellungen in Actionserien, in Trickfilmen, in Info- und
Unterhaltungsbereich. Mit Hilfe der Darstellung dreier Forschungsprojekte,
werden Konsum- und Verarbeitungsweisen von Jugendlichen und Kindern
beschrieben.
Im abschließenden vierten Teil des Buches wird, entwickelt und ausgehend
von den drei
vorhergehenden Teilen, ein Konzept einer medienpädagogischen
Handlungsstrategie entwickelt: Der reflexiv-praktischen Medienaneignung.
Ziel ist die Weiterentwicklung / Stärkung der medialen Kompetenz.
Als Abschluss wird, anhand eines Forschongsprojektes, die Methode der
reflexiv-praktischen Medienaneignung als Forschungsmethode erläutert.
Das Buch bietet nicht nur einen Überblick in dem Bereich der
Medienpädagogik, es geht viel weiter. Der Autor bleibt nicht nur an der
Oberfläche, er gründet tiefer und zeigt dem Leser ein vollständigeres
Bild der Disziplin. Empfehlenswert als erste "leichtere" Lektüre für
Studenten, die während ihres Studiums ihr Wissen in diesem Bereich
vertiefen möchten, bzw. auf den Bereich Medienpädagogik den
Studienschwerpunkt setzen.
N.Zellmer, Politikwissenschaften / Journalistik / Philosophie, Universität Leipzig
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