Schriftenreihe Band 361: Mediengeschichte in Deutschland
Jürgen Wilke (Hrsg.)
1. Auflage, 1999, Bundeszentrale für politische Bildung
Der Autor nahm das 50. Gründungsjubiläum der Bundesrepublik im Jahr
1999 zum Anlaß, mit diesem Band eine Mediengeschichte der BRD vorzulegen.
Es soll in zusammenfassender Form dargestellt werden, wie sich Hörfunk,
Pressewesen und TV in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg, vornehmlich in
Westdeutschland, entwickelt haben, welche Funktionen und Wirkungen sie
seither ausüben und welche diskursive Rolle sie in der deutschen
Gesellschaft spielen. Ausgespart wird dabei das davon abgegrenzte Medium
Film und Kino.
Die Gliederung des Buches versucht der Mediengeschichte der BRD eine
Ordnung zu unterlegen, ohne in eine allzu starre Systematik zu verfallen.
Trotzdem eine Mediengeschichte streng genommen erst 1949 einsetzen kann,
so verkennt man, daß zu diesem Zeitpunkt wesentliche Grundpfeiler bereits
zementiert waren, denn der Aufbau der Massenmedien in dem durch Krieg
zerstörten Land setzte selbstverständlich mit der Besetzung durch die
alliierten Mächte ein. Ohne deren medienpolitischen Entscheidungen kann
die Medienentwicklung in der BRD nicht verstanden werden. Daher setzt die
Darstellung mit einem einführenden Kapitel zur Vorgeschichte (bis 1949).
Die Geschichte der Medien läßt sich im einzelnen in Kapitel 3-5 unter
verschiedenen Aspekten darstellen: Strukturen und Organisationsformen
sowie der Wandel der inhaltlichen Angebote und Programme und ihrer
Nutzung. Dabei werden außer den "Hauptmedien" auch Alternativpresse und
die kirchliche Presse als Zweige des Mediensystems gesondert behandelt.
Als weitere Bereiche, deren Entwicklung in enger Verbindung mit den
Massenmedien stehen, gelten Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, denen in
Kapitel 6 Raum eingeräumt wird.
Bilden in den Kapiteln 2 bis 5 (und auch 7) die Medien als solche in ihrer
chronologischen Entwicklung den Gegenstand der historischen Abhandlung und
wird auch in Kap. 6 bei den Rahmenbedingungen und Bedingungsfaktoren nach
diesem Prinzip verfahren, so macht Kap. 8 den Versuch, die Medien im
Kontext der Zeitgeschichte der BRD zu betrachten. Hier geht es um ihre
gesellschaftlichen und politischen Wirkungen, um ihre Bedeutung innerhalb
des sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Wandels sowie um ihren Beitrag
zur Bewältigung von Konflikten und gesellschaftlichen Problemen.
Eingerahmt sind die Hauptkapitel durch einen Überblick und einen versuch
zur Phasengliederung sowie durch einen Ausblick auf die Zukunft, steht
doch das Mediensystem der Bundesrepublik vor einem bedeutenden Umbruch im
Zeichen von "Multimedia".
N.Zellmer, HF Politikwissenschaften / NF Philosophie / NF Journalistik, Universität Leipzig
Bestellinfos bei: Amazon.de - JPC - 2. Hand