Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum
Gerhart Jander, Ewald Blasius
14. Auflage, 1995, S. Hirzel Verlag
Seit mehr als 40 Jahren steht ein Lehrbuch Janders praktisch in
jedem Bücherregal angehender Chemiker. Ob der "rote" Jander, wie das
"Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie"
genannt wird, oder der "blaue" Jander: Kein anderes Einführungswerk
vermittelt so kompakt die Grundbegriffe des Experimentierens in der
anorgansichen Chemie. Die klassischen Anionen- und Kationennachweise
finden sich hier ebenso wie eine umfangreiche Beschreibung der
vollständigen Trennungsgänge, die noch heute jeder Student im
Erstsemester absolvieren muß. Ein umfangreicher Registerteil ermöglicht
es, gezielt nach Elementnachweisen zu suchen. Gerade für den Anfänger
hilfreich ist Janders kurzer Überblick über Bedeutung, Vorkommen und
Verwendung der einzelnen Elemente. Sinnvoll ist auch die knappe
Einführung zu den wichtigsten analytischen Arbeitstechniken und des
Arbeitsschutzes, in dem auf die wichtigsten Punkte der
Gefahrstoffverordnung eingegangen wird.
Im Gegensatz zum "roten" Jander
fehlt der "Einführung in das anorganisch-chemische Praktikum" der
theoretische Teil. Da dieser allerdings deutliche Schwächen hat, kann
darauf leicht verzichtet werden. Dafür bietet der "blaue" Jander auch
ein Kapitel über die quantitative Analyse, das allerdings viele
Experimente beschreibt, die heute veraltet sind und nur noch an wenigen
Universitäten zum Einsatz kommen. Auch das im Gegensatz zum "Lehrbuch
der analytischen und präparativen anorganischen Chemie" deutlich
umfangreichere Kapitel zum präparativen anorgansichen Teil wird im
Studium kaum benötigt. Auch hier verzichten die Hochschulen auf die
teilweise recht umweltbelastenden Experimente, so daß dieses Kapitel nur
wenige interessieren dürfte. Die Anschaffung eines Janders ist auch
heute für Chemiestudenten unumgänglich - rot und blau müssen aber nicht
gekauft werden.
M.Mair, Chemie/Journalistik, Uni Leipzig
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