Physikalische Chemie
Peter William Atkins
5. Auflage, 1996, Wiley/VCH
Den meisten Chemikern ist die physikalische Chemie die unliebste
Teildisziplin ihres Studiums. Endlose Rechnungen und Formelungetüme
lassen wenig Freude aufkommen und auch die meisten Lehrbücher wollen
nicht darauf verzichten. Ganz anders Peter Wiliam Atkins "Physikalische
Chemie": In seiner leichtverständlichen Sprache rückt der Autor
Zusammenhänge rund um das Teilgebiet in den Mittelpunkt. Von
Thermodynamik über Kinetik, Elektrochemie und Atombau bis hin zu
Bindungsmodellen und Spektroskopie - Atkins zeigt stets den Zusammenhang
zu anderen Teilgebieten der Chemie auf. Gleichzeitig bemüht er sich und
das gelingt ihm fast durchgehend, seinen Leser nicht zu überfordern: An
vielen Stellen erläutert er quasi nebenbei Grundlagen der klassischen
Physik, die für das Verständnis dringend notwendig sind, von vielen
Studenten aber nicht beherrscht werden. Und kommt selbst Atkins nicht um
die unbeliebte Mathematik herum, gelingt es ihm auch dann dank seiner
klaren Sprache verständlich zu bleiben. Hilfreich sind auch die klar
abgesetzten Definitionen und zahlreiche ausgearbeitete Übungen mit
Lösungen. Für alle, die noch mehr Rechnen wollen, finden sich am Ende
jedes Kapitels zusätzliche Aufgaben, die in leichtere und schwere
unterteilt sind. Ärgerlich ist da nur, daß der VCH-Verlag zusätzlich
Geld für die Lösungen verlangt. Denn die müssen zu einem reichlich
überzogenen Preis in einem eigenen Buch erstanden werden. Trotz dieses
Wehrmuttropfens bleibt Atkins "Physikalische Chemie" ein Standartwerk,
das seines Gleichen sucht.
M.Mair, Chemie/Journalistik, Uni Leipzig
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