- Schuldrecht AT
Dieter Medicus
neueste Auflage 1999; C.H.Beck
Dieter Medicus ist unzweifelhaft einer der besten Autoren auf dem
Gebiet des deutschen Zivilrechts. Auch sein vorliegendes Kurzlehrbuch
gehört zu den Standardwerken, an denen kaum ein Jurist während seines
Studiums vorbeikommt.
Ein relativ trockener und teilweise sehr
schwieriger Stoff des Allgemeinen Schuldrechts wird hier durch klare
Gliederung und eine Sprache, die trotz ihrer Leichtigkeit nichts an
Präzision einbüßt vermittelt. Eine unfangreiche Literaturliste ist
sehr hilfreich bei der weiteren Vertiefung des Falles. Aus
Studentensicht ist allerdings negativ anzumerken, dass Medicus im
Gegensatz zu viele anderen Schuldrechtslehrbüchern auf Beispiele zur
Verdeutlichung der Theorien fast gänzlich verzichtet. Die
Themenbereiche der Unmöglichkeit, Verzug, culpa in contrahendo,
positive Vertragsverletzung (bei Medicus: Forderungsverletzung) und
die Problematik des einseitigen und gegenseitigen Vertrags finden für
ein durchgreifendes Verständnis leider jedoch nicht die notwendige
Würdigung. Dafür sind die weniger prüfungsrelevanten Gebiete
verhältnismäßig ausführlich behandelt.
Ein "technischer" Nachteil des
Buches ist meines Erachtens der von Loseblattsammlungen bekannte
Dünndruck: Der allseits beliebte Textmarker zieht gnadenlos ein und
scheint durch das dünne Papier hindurch. Insgesamt ist "Schuldrecht
AT" ein gutes und lesenswertes Buch das aufgrund der genannten
Kritikpunkte allerdings nicht völlig überzeugen kann. Trotzdem sollte
jeder Student zumindest in den Hausarbeiten auf dieses Werk
zurückgreifen, da es zumindest von den meisten Professoren als das
absolute Standardwerk angesehen wird.
B.Reich, Jura, Uni Göttingen
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